Über mich


Das ist meine Geschichte:

 

Mein Name ist Marianne Kempe, geboren am 2.11.1955 auch nach 38 Jahren sind wir glücklich verheiratet. Wir haben 3 erwachsene Kinder, weil unsere 2. Bestellung doppelt ausgeliefert wurde.

 

Meinen Mann habe ich mit 15 Jahren kennengelernt - er stand auf der Bühne als Sänger und Gitarrist in einer Band. Ein gemeinsamer Freund schleppte mich zur Probe mit, weil er die Verstärkeranlage überprüfen sollte ...

 

Ich setzte mich brav in den Zuschauerraum und sah dort oben auf der Bühne einen jungen Mann, lange rote Haare und Bart, in der Hand seine Gitarre und als er anfing zu singen, wußte ich sofort: das ist der !!! ... Mich hat er leider gar nicht wahrgenommen (so dachte ich jedenfalls) ...

 

Die nächsten Monate verbrachte ich damit, mehr über ihn zu erfahren und versuchte, seine Wege zu kreuzen, allerdings vergeblich - er war immer gerade weg, unterwegs.

 

Mit einem anderen gemeinsamen Freund wurde ein Plan geschmiedet:

 

Wie viele damals trafen auch wir uns regelmässig in einer Keller-Disco, um unsere Musik zu hören und über Gott und die Welt zu reden.

 

An einem Sonntag folgte mein Harald endlich unserer Einladung, für uns DJ zu spielen.

 

Jetzt hatte ich die Möglichkeit, ihn von meinen Qualitäten zu überzeugen und am späten Abend war es endlich soweit - wir waren zusammen ...

 

Kurz darauf mußte er seinen Wehrdienst leisten - ich zog Trauerbeflaggung auf aber in dieser Zeit planten wir unsere gemeinsame Zukunft und als endlich die 15 Monate vorbei waren, zogen wir in unsere 1. gemeinsame Wohnung. Ich war knapp 17 und er 20 Jahre. Das war damals natürlich ein Skandal und ich höre heute noch meine Mutter schimpfen, die uns dann aber doch unterstüzte.

 

7 Jahre später war Hochzeit mit Kutsche und allem drum und dran ...

 

Als gelernte Kauffrau habe ich einige Jahre in diesem Beruf in verschiedenen Branchen gearbeitet, u.a. viele Jahre in der Pharma-Industrie - diese Erfahrungen sollten später auf andere Weise wieder eine Rolle in meinem Leben spielen.

 

Mein Mann ist Chemiker in der BASF.

 

Es ging uns sehr gut, wir hatten beide gute Jobs, verdienten unser Geld und wir machten uns ein schönes Leben. Anfang 20 beschäftigte ich mir langsam mit dem Gedanken, ob das alles im Leben ist und ob man nicht doch eine Familie gründen sollte, ... vorher hatte ich immer das Gefühl, dass ich die Verantwortung dafür nicht übernehmen kann ...

 

Der Kinderwunsch wuchs in uns und wir machten uns an die Umsetzung ... leider einige  Jahre vergebens, aber endlich, 1982 und 1984 haben wir uns dann mehr als verdoppelt.

 

Ich blieb zu Hause, spielte ca. 5 Jahre Mutter und Hausfrau, weil es mir wichtig war, dass ICH unsere Kinder versorgte. Allerdings hat mich dieses Hausfrauendasein nicht wirklich befriedigt, ich wurde unzufrieden und fühlte mich unterfordert. In dieser Zeit habe ich Tupperware-Partys veranstaltet, um unter Leute zu kommen und es machte mir damals auch wirklich Spaß.

 

Der Umzug von unserer Eigentumswohnung in ein Haus mit einem separaten Kellereingang eröffnete mir die Möglichkeit, hier einen kleinen Laden zu etablieren, den ich von zu Hause aus betreiben und so bei den Kindern bleiben konnte.

 

Gesagt, getan ... am 1.9.1987 war Eröffnung des "Vergissmeinnicht" und meine Idee, Kunstgewerbe aus eigener Hand anzubieten, schlug ein wie eine Bombe ... ich konnte meine Hobbys zum Beruf machen und hatte damals noch keine Ahnung, wie sich das entwickeln sollte ...

 

1991 kauften wir unser neues Haus und die Frage tat sich auf, was jetzt mit dem Laden passieren soll? 

 

Zum gleichen Zeitpunkt stand in unserem Wohnort im Einkaufszentrum ein kleiner Laden leer der in unser Budget passte. Die Zwillinge wurden gerade eingeschult - alles passte perfekt ...

 

Auch dieses neue Geschäft lief sehr gut an und ich mußte bald Personal einstellen, um dem Andrang gerecht zu werden. Immer neue Aufgaben eröffneten sich und ich nahm sie dankbar an ... es war eine tolle, faszinierende Zeit, als Geschäftsfrau die Fäden zu ziehen und wir expandierten weiter.

 

Es schien, als wäre ALLES möglich ...

 

Nach weiteren 5 Jahren fand ich mich wieder in einem neuen großen Laden auf 2 Etagen, 14 Mitarbeitern, vollen Kursen, Vorführungen und Messeauftritten im ganzen Land.

 

Dann versuchte ich mich als Buchautorin, veröffentlichte 11 Sachbücher. Meine Arbeitstage hatten 12-16 Stunden und die Woche 7 Arbeitstage, aber es machte mir einfach Spaß und ich dachte nicht darüber nach, sondern machte immer weiter ...

 

Mit Floristik, Dekorationen und Kartendesign eröffnete ich eine neue Bühne auf der ich mich fleissig austobte. Daraus erarbeitete ich ein Konzept über creatives Event-Management, was uns ein neues Kundenklientel in den Laden brachte. Ich gründete ein Creativ-Schulungszentrum, wo ich Fachhändler schulte und dieses Konzept an meine Kollegen weiter gab. Auf Hochzeitsmessen fand sich ein völlig neues Klientel, was bald auch meinen Laden eroberte ...

 

So vergingen viele Jahre mit dem Gefühl, das Richtige zu tun ... auf dem richtigen Weg zu sein. Ich investierte all meine Energie, meine Zeit, meine Ideen, mein Herzblut und konnte mir überhaupt nicht vorstellen, jemals etwas anderes zu tun.

 

Dank an meinen Mann, der mir immer den Rücken frei hielt und mir damit all das ermöglichte - er unterstützte mich - ich konnte mich austoben, er stand immer hinter oder neben mir, gab mir Sicherheit in jeder Beziehung. 

 

Ich denke, ich würde heute noch jeden Tag antreten um mein Hamsterrad in Schwung zu halten, aber der Mensch denkt, und wer auch immer lenkt ...

 

Alles kam ganz anders:

 

Mit der Euro-Bargeld-Einführung wendete sich das Blatt und es fingen finanzielle  Probleme an - die Umsätze brachen ein, allerdings gingen die Kosten in die Höhe. Die Rücklagen der fetten Jahre waren schnell aufgebraucht und ich saß in der Falle ...

 

Einige Jahre konnte ich mich noch über Wasser halten mit noch mehr Arbeitseinsatz, allerdings auf Kosten meiner Gesundheit.

 

Heute bin ich 56 Jahre jung, damals mit 50 fühlte ich mich alt und ausgebrannt - meine Akkus waren leer ...

Gebärmutterkrebs, Gallen-Not-OP, rheumatische Arthrose, ständige Migräneanfälle und viele Allergien machten mir das Leben schwer - mein Alltag war nur noch schwierig zu bewältigen ... dann burn out ...

 

Ich wußte, dass ich so nicht weitermachen kann und vor allem wollte ich das auch nicht mehr. Die Frage, wie ich die nächsten 20-30 Jahre meines Lebens verbringen wollte, nahm immer mehr Platz in meinen Gedanken ein.

 

 

Wie so oft im Leben war die Lösung bereits da, allerdings habe ich sie nicht gleich erkannt - ich war zu beschäftigt und ich mußte  sie erst einmal für mich entdecken und vor allem:

Hilfe annehmen ... !

 

Eine langjährige Bekannte, die ich einige Jahre aus den Augen verloren hatte, weil sie ihr eigenes Geschäft betrieb und ich ja mit meinem beschäftigt war, lud mich zu diversen Vorträgen ein zum Thema Gesundheit, was mich damals überhaupt nicht interessierte ...

 

Ich ging davon aus, dass es sich hier auch um pharmazeutisch hergestellte Substanzen handelt, die ich für mich weitestgehend ablehnte und pflegte meine Vorurteile.

 

Es sollte fast 1 Jahr verstreichen, bis ich mir endlich die Zeit nahm und einem Treffen mit ihr zustimmte. Zur Verstärkung nahm ich meinen Mann mit und das war gut so ...

 

Bei diesem Wiedersehen lernten wir auch ihren damaligen  Lebenspartner kennen, sie betreiben ein Haus der Schönheit, sie als Kosmetikerin und er als Friseur-Meister und Betriebswirt in einem Familienbetrieb in 3. Generation.

 

Die beiden erzählten uns von einer Möglichkeit für eine Art "Sofortrente" und wir hörten von einem Plan B, der sich zunächst wie ein Märchen anhörte. Auf Empfehlung der IHK und mit vielen Preisen ausgezeichnet, u.a. vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung war die Sache es doch Wert, dass wir uns das genauer anschauten ...

 

 

Wir machten uns an Recherchen, informierten uns gründlich und stossen auf interessante Informationen und nach und nach wurden wir immer neugieriger ...

 

Doch was sollte mit meinem Laden passieren ??? Mir war völlig klar, wie die Situation auf dem 1. Arbeitsmarkt ist und für 5 Euro/Stunde zu arbeiten war keine Option für mich. Ich  mußte mich entscheiden, denn die Zeit verging ... und ich traf sie und teilte meinem Mann mit:

 

"Wir schließen den Laden und zwar so schnell wie möglich"!

 

Kommentar meines Mannes: "Gott sei Dank"

 

Jetzt ging alles sehr schnell und fast wie von selbst, denn wir wußten plötzlich wieder was wir wollten und arbeiteten Schritt für Schritt eins nach dem anderen ab.

Nachmieter suchen, Verträge kündigen, Verhandlungen etc.

 

Ich nahm von meinem "Kind" Abschied und mußte loslassen trotz allem Herzblut, was ich über 20 Jahre hineingesteckt hatte. 

 

2 Monate später machte ich die Übergabe an den Nachmieter!

 

An meinem Geburtstag meldete ich meine Selbständigkeit ab und es gab keinen Laden mehr.

 

Damals haben wir uns zum Glück für die Sofortrente entschieden, von der wir heute Monat für Monat profitiren und viele neue Menschen kennengelernt haben, die uns dankbar sind, dass wir ihnen von dieser Möglichkeit erzählt haben.

 

 

"Es ist gut, einen Plan B zu haben,so lange noch der Plan A funktioniert"

 

Jetzt schreiben wir das Jahr 2012 und ich kann sagen, dass diese Entscheidung unser Leben nachhaltig positiv verändert hat und bin wirklich froh, dass alles so gekommen ist.

 

Jetzt weiß ich, wie man ein freies Leben führen kann, denn der monatliche Scheck bedeutet Freiheit, die Dinge zu tun, die uns wichtig sind ...

 

Diese Freiheit wünsche ich von ganzem Herzen ganz vielen Menschen.

 

Zitat:


Du mußt nicht großartig sein um etwas zu beginnen

aber du mußt etwas beginnen, um großartig zu sein.

Zig Ziglar, Autor

 

 

 

Unsere Hochzeit am 8./9.12.1978
Unsere Hochzeit am 8./9.12.1978